Aufbruch
Weimar, Sonnenschein und der Frühling steht vor der Tür. Die idealen Bedingungen um sich mit den Erfolgen, aber auch den Herausforderungen im Gesundheitsbereich auseinander zu setzen. Und wie wir in Weimar gelernt haben, gibt es von beidem Einiges 🙂 Doch der Reihe nach.
Woran es im Gesundheitswesen vor allem fehlt, ist MUT
Referent in der Session von Prof. Lohmann
Beim G+ Gipfel konnte man schnell den Eindruck gewinnen, im Gesundheitsbereich tut sich Einiges, die Weichen wären gestellt und viele engagierte Akteure kümmern sich darum, dass auch die nächsten 20 Jahre eine gute Versorgung für alle (in Deutschland) möglich ist. Im Rahmen der Keynotes und der Diskussionen wurde jedoch genau dies in Frage gestellt – bzw. es wurde die Notwendigkeit verdeutlicht, „die richtigen Hebel zu stellen“ (Prof. Karagiannidis) und sich endlich zielorientiert mit den „Datenschätzen“ (Prof. Thun) auseinanderzusetzen bzw. die Nutzung zu forcieren. Stichwort #HL7 und #FHIR
Insbesondere im Vortrag von Frau Prof. Sylvia Thun (Charité) war erkennbar, dass mit Hilfe der #EU und der #WHO bereits viele Frameworks geschaffen wurden um verschiedenste Datenquellen auf gemeinsame Plattformen zu heben, die Übersetzungen zu leisten und damit die „Interoperatibilität“ deutlich zu verbessern. Doch auch hier scheint die passende Mischung aus konkreten Vorgaben und flexiblen Handlungsempfehlungen zu fehlen. Vor allem, sind wirtschaftliche bzw. unternehmerische Fragen aus meiner Sicht nicht gut beantwortet. Was haben Krankenkassen und andere Akteuere davon? Was nützt es den Patientien? Wie können wir als Staat mit „Big Data“ sowohl diagnostisch in der Medizin bessere Erfolge erzielen, in der Planung bessere Vorhersagen treffen und vor allem die Wirksamkeit von Investitionen (bzw. Medikamenten und Behandlungen) besser monitoren – um dann auch kostenoptimale Lösungen zu forcieren. Hier scheint nochmal eine Schärfung des Begriffs „Evidenz“ hilfreich zu sein, im Sinne von. Was hat sich bewährt um die Probleme zu lösen (dauerhaft? kosteneffizient? robust im Sinne von Verfügbarkeit von Produkten).

Was ich mir als zentrale Erkenntnisse mitnehme
- Die Medizininformatik ist weiter als ich dachte
- In Datenbanken sind schon viele Datenschätze gesammelt
- Das Bewusstsein ist schon da, dass die Oberflächen (Front-Ends) für Programme entscheidend sind für die Akzeptanz
- Wirtschaftliche Argumentationslinien sind noch nicht deutlich herausgearbeitet
- Viele Akteure tendieren zu Sonderlocken
- Die WHO hat schon viele Rahmenbedingungen festgezogen
Weitere Highlights
Noemi kennt den Gesundheitsmarkt aus verschiedenen Rollen bereits sehr gut. Auch Elke S., Stefan und Elke K. sind da schon recht fit. Nun habe auch ich nochmal einen anderen Einblick bekommen. Dabei waren neben Prof. Thun vor allem folgende Beiträge spannend
- Ganz Grundsätzliches, Prof. Lohmann
- Aktuelle Entwicklungen und vor allem die notwendigen strategischen Änderungen im Gesundheitswesen, Prof. Karagiannidis
- Konkrete Erfahrungen im Aufbau von Clustern im Verbund der Helios Kliniken – Cluster Thüringen – Prof. Gerlach
- Akzeptanzaspekte bei der Nutzung von KI im medizinischen Bereich, Dr. Hennrich
Wie auf den meisten Konferenzen, sind die Pausengespräche und die Gespräche im kleinen Kreis besonders erhellend. Hier möchte ich sowohl Marco Pontes von der Vimathera Gmbh, Rainer Hehmann und Christian Wolf von der d.velop AG und natürlich Frau Prof. Thun danken, sowie Noemi Levai. Sie hat die Dinge dann auch nochmal eingeordnet.

Culture eats Strategy and AI for Breakfast. Wollen wir wetten?
Ein persönliches Highlight war natürlich der Vortrag von Noemi und mir. Wir haben das Thema Cultural Due Diligence auf den Gesundheitssektor übertragen und mit den Teilnehmenden gemeinsam überlegt, was denn die Kultur im Gesundheitswesen prägt … und wie hoch der Reifegrad der Strategieentwicklung wirklich ist. Die Rückmeldungen waren extrem spannend. Es scheint größte Unterschiede zu geben, sowohl abhängig von der Größe der Organisation, dem Auftrag und vor allem der Historie.

Da es im Vortrag vorher auch um Führungsstile ging, haben wir uns auch angeschaut, welche Führungsstile zu welchem Reifegrad passen – und natürlich welche Werte hier besonders wichtig erscheinen. Da wir aufgrund der Zeit nicht vertieft auf die sogenannten 7S eingehen konnten, nachfolgend vertiefende Informationen zu Kultur, Graves, 7S und natürlich unser Foliensatz als PDF.
- Video Graves und 7S https://b-hero.de/for-free/videos/
- YouTube Kanal: https://www.youtube.com/@b-hero-qd8pg
- Weitere Beiträge mit Kulturbezug (b-hero) https://b-hero.de/for-free/blog_alt/heroblog/
Foliensatz als PDF
Fazit
Der G+ Gesundheitsgipfel „hat geliefert“. Neben sehr hilfreichen Impulsen und wertvollen Feedbacks, sind neue Kooperationen entstanden und vor allem ein besseres Verständnis für die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen.
Auch wurde sehr deutlich, dass es gerade jetzt darum geht mutig die Weichen zu stellen, unangenehme Entscheidungen zu treffen um langfristig erfolgreich zu sein. Dabei spielt das Verständnis für die jeweilige Organisationskultur bzw. die Organisationskulturen eine entscheidende Rolle. Denn die sowohl die Strategieumsetzung, als auch die Nutzung/ Akzeptanz von KI … und natürlich gelingende Kooperationen (#Cluster) verschiedener Organisationen hängen von der kulturellen Passung bzw. dem Verständnis ab, was geht – und was nicht.
Wie Noemi so schön zusammengefasst hat. Wenn die Strategie nicht zur Kultur passt, dann wirkt dies toxisch.
Drum freuen wir als b-hero uns auf viele spannende Projekte im Gesundheitswesen – um auch in Zukunft für viele Menschen eine gute Versorgung zu fördern.
Auf geht´s!
