Danke. Danke an alle, die dieses KickOff und vor allem diesen Workshop möglich gemacht haben – mit dem b-hero ganz klar über die Schwelle gegangen ist und wir jetzt richtig aufbrechen. Ganz besonders möchte ich hier nochmal Stephan Frenzel (Kybeidos), Hartmut Wiehle (V4C), Michi Spieler und Stefan Spiecker hervor heben. Es war mir ein Fest!
Graves & 7S für die Standortbestimmung
Im Workshop ging es nicht nur darum theoretisch das Modell zu verstehen, sondern eben darum eigene Werte bewusster zu machen, diese von Fähigkeiten und Kompetenzen (Reifegrad) zu unterscheiden … und dann mit Hilfe der 7S auch noch mehr Klarheit zu schaffen, was jetzt für uns dran ist. Spannend hier auch die (theoretische) Diskussion ob b-hero in Stufe Purpur oder Rot nach Graves ist – oder in einer undifferenzierten Vorphase.

Insbesondere hier die Hypothese, dass die Familien-Zugehörigkeit ersetzt werden kann durch die gemeinsame Sinn-Orientierung und ein gemeinsames „Wofür“ … also eine Sinn-Gemeinschaft statt einer Blutsverwandtschaft. Dem mal ungeachtet war es auch ziemlich schön zu erkennen, dass sich auf der Werte-Ebene ganz Viele bei Grün wieder finden. Heißt in anderen Worten. Die Richtung ist klar, jetzt müssen wie die Kompetenzen und die Strukturen aufbauen um uns von Purpur im Reifegrad hin zu Grün zu bewegen.

Hier kommen dann umso mehr die o.g. 7S zum Tragen. Wir als b-heros müssen uns nicht nur mit uns als Gemeinschaft beschäftigen, sondern auch mit unserer Strategie, mit unserer Struktur, mit unseren Prozessen … und dergleichen mehr… dabei immer die Kunden, deren Mehrwerte und Themen im Blick. Denn am Ende geht es darum Probleme zu lösen und etwas beizutragen, für den gemeinsamen Erfolg.
Ist Graves unser Referenzrahmen?
Eine besondere Herausforderung dabei: Klares Commitment Graves als eines unserer zentralen Modelle zu etablieren (#Akzeptanz #Verständnis #Sprache)
In anderen Worten geht es darum, Graves (Spiral Dynamics) als Modell so zu nutzen, dass wir unsere Kunden und uns besser verstehen, die Projekte entsprechend gut aufsetzen und so Engpässe und Probleme besser lösen… und das durchgängig und kongruent.
Im Workshop, bzw. im Nachgang des Workshops wurde deutlich, hier gibt es noch keine Einigkeit. Viele b-heros haben sehr gute Erfahrungen mit anderen Ansätzen, mit intuitivem Vorgehen gemacht oder schlicht einen Widerstand sich zum jetzigen Zeitpunkt auf dieses Modell festzulegen. Aus einer OE-Perspektive führt das für uns zu einer extrem spannenden Situation, die ich auch in vielen Kundenorganisationen wieder finde. Wie geht man damit um, wenn Einzelne einen bestimmten Ordnungsrahmen nicht akzeptieren wollen bzw. alternative Ansätze vorschlagen.
Aus meiner Erfahrungen in Kundenprojekten und aus dem Aufbau der oT openTransformation AG gibt es hier keine beste Lösung oder Best Practice. Aus meiner Sicht ist es vielmehr wichtig nochmal die folgenden Fragen zu stellen:
- In welcher Phase befindet sich die Organisation gerade?
- Wieviel Energie/ Tempo kostet es, hier die Diskussion aufzumachen?
- Was sind die aktuellen Ziele? Was die wichtigen nächsten Meilensteine?
- Aus welcher Motivation heraus wird der Referenzrahmen in Frage gestellt?
- Trägt es dazu bei erfolgreicher zu sein, wenn hier verschiedene Wege gegangen werden?
Aus meiner Sicht gibt eine Erkenntnis von Kaplan & Norton (Erfinder der Balanced Scorecard) hier einen sehr guten Hinweis. Die erfolgreichsten Unternehmen und Organisationen zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie die beste Strategie erarbeiten. Sondern sie zeichnen sich dadurch aus, diese Strategie auch umzusetzen. (Siehe hierzu ihr Buch: Kaplan, R. S., & Norton, D. P. (2006). Alignment. Using the Balanced Scorecard to Create Corporate Synergies. Boston Harvard Business School Press.). Passend dazu folgendes Zitat:
„Culture eats Strategy for breakfast!“
– Peter Drucker
Im konkreten Szenario bei b-hero bedeutet dies für mich, wir sind an einem Punkt wo wir als Gemeinschaft zeigen, was für eine Art von Gemeinschaft wir sein wollen. Wir sind an einem Punkt, wo sich an konkreten Beispielen verdeutlicht, ob wir es schaffen vom Ergebnis her zu denken, ins Tun zu kommen – oder ob wir an dieser Stelle ganz viele individuelle Wege gehen wollen die irgendwie unter dem „Label b-hero“ zusammenkommen. Und klar, vom „Haufen“ zum „Team“ ist ein Prozess, ein Entwicklungsprozess. Doch genau jetzt werden die Weichen gestellt ob wir vom Haufen – zum Team – zu einer echten Gemeinschaft und irgendwann einem der ersten (Graves) grünen Organisationen werden.

Gemeinschaft vs. Netzwerk
An obiger Fragestellung wird auch der Unterschied zwischen Gemeinschaft und Netzwerk deutlich. In einem Netzwerk kann irgendwie jeder mitmachen, der sich grob an die Spielregeln hält und der etwas beizutragen hat. Aus meiner Erfahrung beteiligen sich viele Selbstständige auch gerne in Netzwerken, wenn dort Aufträge zu vergeben sind bzw. bezahlte Projekte warten.
In einer Gemeinschaft stehen aus meiner Sicht jedoch die persönliche und die gemeinsame Entwicklung viel mehr im Vordergrund. Es geht darum gemeinsam zu Wachsen, voneinander zu lernen, einen Rahmen zu schaffen in dem alle besser wachsen können und gedeihliche Beziehungen zu gestalten. Dazu gehört es auch, einen Bezugsrahmen zu schaffen, das WIE zu vereinbaren (Wie kooperieren wir? Wie treffen wir Entscheidungen? Wie treten wir auf?) und noch vielmehr auf die gemeinsame Vision und Mission zu schauen. Wozu gibt es diese Gemeinschaft und wie entwickelt sich diese Gemeinschaft.
Und ja, Entwicklung kann man in vielen Fällen genauso wie Kultur nicht verordnen oder erzwingen – doch man kann bewusst darauf achten die richtigen Impulse zu setzen, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen und das Vorzuleben, was einem wichtig ist. Wie Dr. Bernd Schmid so schön sagt:
Beispiele machen Schule!
Dr. Bernd Schmid
Soll heißen, so wie man die Dinge angeht, das was die Organisation vorgelebt bekommt wird zum Referenzpunkt bzw. Orientierungspunkt für nächste und eigene Schritte und Entscheidungen.

Wertschätzung UND Konsequenzen
Wie Gunther Schmidt so schön sagt, Entscheidungen haben ihren Preis. Drum ist es wichtig abzuwägen und sich auch die Frage zu stellen, welchen Preis man bereit ist zu zahlen.
Konkret: Wollen wir in dieser Phase sehr offen sein und herausfinden wie sich b-hero von sich aus entwickelt – oder wollen wir uns dafür entscheiden nach wohl definierten Gestaltungsprinzipien von Beginn an unsere Kultur zu pflegen, unsere Ausrichtung auf Grün zu forcieren und eben den Prozess der Entwicklung „bewusst“ mit Graves, der Heldenreise (JDH) und systemischen Prinzipien zu gestalten. Aus meiner Sicht war bisher sehr klar kommuniziert, dass der zweite Weg eines der Differenzierungsmerkmale und einer der Erfolgsfaktoren dieser Gemeinschaft sein soll.

Ergebnis noch Offen – Tendenz klar
Nehmen wir für einen Moment an, b-hero wäre in einem Reifegrad Purpur, also in einer Phase in der sich Dinge erst finden und vor allem Rituale, persönliche Beziehungen und Sinn-Suche im Vordergrund stehen. Nehmen wir darüber hinaus an, b-hero möchte sich in Richtung Rot entwickeln, damit die Projekte noch besser laufen und wir gezielter großartige Kunden für uns gewinnen. Und nehmen wir darüber hinaus an, dass die 8 Schritte der Heldenreise auch für b-hero im Sinne der Transformations-Kurve gelten, dann ist klar
- jetzt geht es um Aufbruch
- jetzt geht es darum ins TUN zu kommen
- jetzt geht es darum in den passenden State zu kommen (den Zauberhut aufzusetzen) Stichwort #COACH State
- jetzt geht es darum Rollen zu schärfen und zu klären, und darum
- Experimente zu machen, sog. Adaptive Moves
um gemeinsam die Richtung zu bestimmen und unser „True North“ zu definieren. Dazu gehört aber eben auch, an der einen oder anderen Stelle zu scheitern oder Entscheidungen zu revidieren. Und manchmal wird sich sogar herausstellen, dass einige einen anderen Weg einschlagen.
Elon Musk hat gestern einen sehr klugen Gedanken zu seinem DOGE Projekt geteilt. Er meinte, wir sind schnell unterwegs. Entsprechend werden wir Fehler machen und manches wird nicht stimmen was er sagt. Doch sie werden die Fehler schnell korrigieren und möglichst transparent damit umgehen – um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Von Elon Musk und seiner politischen Gesinnung kann man halten was man möchte. Doch was er bei Tesla, Space Ex, Starlink & Co. bewegt hat sollte jedem von uns zu denken geben. Und manche Entscheidungen und auch Fehlentscheidungen die er getroffen hat sind ein Impuls um das eigene Handeln zu hinterfragen.
Wie b-hero jetzt mit der Frage nach dem Referenzrahmen umgehen wird ist noch offen. Doch in jedem Fall wird es die Kultur prägen und ganz stark beeinflussen, ob wir eines der ersten (Graves) grünen Organisationen in 10 Jahren sind – oder nicht.
