BGM Frühwarnsystem mit KI

Dank zahlreicher Impulse aus dem HAi.Culture Eco-System konkretisiert sich unser Ansatz. Mit Hilfe von Kennzahlen (KPIs) und einem Datenraum für Mitarbeitende, Firmen und Krankenversicherungen wollen wir das Thema Prävention mit Schwerpunkt auf psychische Gesundheit konsequent weiter denken.

Ausgangsbasis – aktuelle Lage

Seit vielen Jahren nehmen die Fehltage, die sogenannte Arbeits-Unfähigkeits Tage (AU Tage) merklich zu. Die Kurve hat sich seit 2021 nochmal deutlich verändert und die Anstiege nehmen schneller zu als die Jahre davor.

Eine besondere Rolle bei diesem Trend scheinen die psychischen Erkrankungen zu spielen. Laut einer Auswertung von Statista, sind im Jahr 2023 bereits über 16% aller AU Fälle verursacht durch psychische Erkrankungen.

Aktuelle Zahlen der DAK-Gesundheit für das Jahr 2024 sind sogar noch deutlicher. Hier rangieren psychische Erkrankungen ebenfalls auf Rang 3, nehmen mit 342 AU Tagen je 100 Versicherten jedoch eine noch prominentere Stellung ein, da gröber gruppiert wurde. Besonders zu beachten ist hierbei, dass die Anzahl der AU-Fälle im Alter nicht höher liegt als bei jüngeren Gruppen, jedoch die durchschnittliche Dauer der Krankschreibung deutlich länger ist. Aus diesem Grund lohnt es sich im BGM Kontext besonders bei älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Prävention zu investieren.

Ansatzpunkt für unser BGM Frühwarnsystem

Viele Unternehmen sind bei der Prävention schon gut aufgestellt. Auf dem letzten BGM Kongress in Köln (siehe Beitrag: https://b-hero.de/beitrag/bgm-kongress-buchvorstellung/) bzw. in dem Sammelband der DAK mit dem Titel: Gesunde Arbeit – Starker Betrieb (verfügbar hier: https://www.dak.de/arbeitgeber-portal/mitarbeitergesundheit_52720) gab es bereits Beiträge in denen auch Smart-Devices aufgegriffen wurden, sowie Frühwarnsysteme und auch „Precission Prevention“ von Siemens und der TU München.

All dies lässt sich jedoch weiter denken, wenn man die Grenzen der „eigenen Organisation“ verlässt und in Datenräumen denkt. Datenräume meint hier technische Konstrukte, die allen Beteiligten erlauben Daten einzustellen und genau zu sagen was, welcher andere Nutzer damit tun darf (dazu in einem eigenen Artikel mehr).

Vereinfacht gesagt, Datenräume bieten die Chance, dass Mitarbeitende, Betriebe und Krankenkassen jeweilige Daten einstellen können um daraus Berichte oder Muster zu generieren – bei gleichzeitiger Daten-Souveränität (siehe z.B. GAIA-X).

Um einen ersten „kleinen Prototypen“ zu bauen lohnt es sich die Betrachtungsgruppen weiter einzugrenzen. Hier helfen wiederum Daten und natürlich die Erfahrungen aus dem betrieblichen Kontext. Für Unternehmen ist es besonders spannend die Prävention von sog. Engpass Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu optimieren, da dies sehr große Auswirkungen auf die Prozesse hat. Außerdem hat es sich bewährt auch Führungskräfte frühzeitig in den Blick zu nehmen, da sie als Multiplikatoren und Vorreiter im Unternehmen wirken können. Auf Basis der DAK Daten kommt die Gruppe der über 40 Jährigen dazu, da hier die Dauer wie angesprochen länger ist. Außerdem greifen wir gern den Impuls aus der Politik und der DAK auf, das Thema Frauengesundheit stärker mitzudenken, insbesondere vor und während der sog. Menopause. Diese Einschätzungen werden von der nachfolgenden Auswertung verdeutlicht.

Möglich, dank starker Partner

Um einen entsprechenden Datenraum aufzubauen, solide Kennzahlen bzw. Dashboards zu entwickeln, die ganze Technik in den Griff zu bekommen und dann auch noch Betriebs-Partner bzw. Pilotunternehmen zu finden sind starke Partner bzw. ein Eco-System notwendig. Hier kommt insbesondere HAI.Culture ins Spiel, da hier das Knowhow vorhanden ist um solch eine Lösung zu denken – und dann mit weiteren Partnern tatsächlich zu entwickeln… oder diese eben für das Eco-System zu gewinnen. An dieser Stelle kurz der Verweis auf das Portfolio unseres Eco-System.

Aus den ersten Gesprächen ist schon eine grobe Architektur entstanden – welche jedoch noch nicht abgestimmt ist. Darum nachfolgend nochmal der Grundgedanke als Slide und anschließend 3 Kommentare.

3 Kommentare

  • Bei dem Ansatz geht es nicht darum eine Vielzahl medizinischer Daten zu erfassen und daraus Behandlungsempfehlungen abzuleiten. Viel mehr geht es darum vorhandene Daten (überwiegend aus der Verwaltung) geschickt zu nutzen und Wege zu finden wie Daten aus Smart-Devices oder freiwillig bereitgestellte Daten so genutzt werden können, dass eine hohe psychische Belastung schneller erkannt werden kann (z.B. Ruhepuls, HRV, Schlafstunden, Überstunden).
  • Der Fokus liegt auf psychischer Gesundheit. Hier gilt in ganz Besonderem, dass sowohl Stress-Erleben oder auch Belastungs-Erleben eben ein individuelles Erleben ist, auf Basis von Bedeutungsgebung, Erfahrungen, Glaubenssätzen und damit auch Emotionen bzw. Ängsten. Aus diesem Grund kommt dem „Selbstwirksamkeits-Erleben“ eine ganz besondere Bedeutung zu. Ganz nach dem alten Spruch

„Where Attention goes,
Energy flows!“

  • Daten Souveränität bedeutet, dass nicht eine Plattform oder eine Organisation alle Daten hortet und damit einen „Datenschatz“ aufbaut, sondern dass jeder Teilnehmer über seine Datenentscheiden kann. Der Mehrwert liegt vielmehr in den gefundenen Zusammenhängen, im Zusammenspiel der verschiedenen Daten um weg von einen „Schrotflinten BGM“ hin zu einem gruppenspezifischen oder sogar Individualisierten BGM zu kommen.

Zwischenfazit

Mit unserem KI gestützten BGM Frühwarnsystem stehen wir noch ziemlich am Anfang. Die Idee und die ersten Erkenntnisse müssen noch geschärft werden – und wir brauchen noch weitere Partner um konkrete erste Schritte gehen zu können. Vor allem brauchen wir Unternehmen bzw. Organisationen die Gesundheit als den Schlüssel sehen um langfristig erfolgreich zu bleiben – und bereit sind neue Wege zu gehen, innovative Lösungen zu finden.

Nächste Woche finden hierzu wichtige Meetings statt – so dass wir hoffentlich im Januar richtig Fahrt aufnehmen können und zeitnah vielen Menschen helfen können, psychisch Gesund zu bleiben. Das ist auch einer meiner 3 großen Wünsche zu Weihnachten … und eines der Top 5 Ziele für 2026.

In diesem Sinne … einen schönen 3. Advent