Gesunde Unternehmens-Kultur

Aktuelle KI Studien (z.B. MIT) sprechen von Kultur als Schlüssel für KI. An vielen Stellen wird von „Gesunder Kultur“ gesprochen – ohne zu sagen was das sein soll? Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, schauen wir uns das mit den Perspektiv Basics, Energie, Betriebliches Gesundheitsmanagement und KI etwas genauer an.

Basics „Gesunde Unternehmens-Kultur“

Mit Blick auf die mittlerweile so oft zitierte „Good Life Studie“ von Harvard sind glückliche Menschen bzw. zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher ein wichtiger Bestandteil, zumindest hinsichtlich der „gedeihlichen Beziehungen„. Im Verständnis von b-hero geht es dabei insbesondere um den guten Umgang miteinander. Mit Sicherheit sind gesunde (und weniger kranke) Mitarbeitende auch ein Bestandteil einer gesunden Kultur. Denn wer gerne arbeitet und gerne zur Arbeit geht ist tendenziell ja auch gesünder, posititive Emotionen wirken bekanntlich auf das Immunsystem. Doch hier kommt schon die erste Besonderheit ins Spiel. Aus Sicht des Betrieblichen Gesundheits Management (BGM) ist nicht zur Arbeit zu gehen (Absentismus) häufig weniger problematisch, als wenn MA krank zur Arbeit gehen und andere MA anstecken. In anderen Worten, geschickt genutztes Homeoffice wo man sich einbringt ohne andere zu gefährden (anzustecken) könnte ein Learning aus der Covid-19 Zeit sein – und ein Element einer gesunden Kultur.

Aus Sicht von b-hero ist eine Gesunde Unternehmenskultur jedoch viel mehr. Eine solche Kultur hat sehr viele Bestandteile – die das Unternehmen bzw. die Organisation erfolgreich am Markt machen – so dass, das Unternehmen langfristig gut aufgestellt ist. Die nachfolgende Darstellung fasst einige zentrale Punkte zusammen.

Die Grafik deutet bereits an, dass die o.g. 31 Aspekte mit Hilfe des Culture Mapping X Ansatzes (des b-hero Kulturmodells) in eine Ordnung gebracht werden können

indem Werte und Reifegrade unterschieden werden + mit Hilfe der Graves Entwicklungsstufen analysiert werden
(siehe hierzu: https://b-hero.de/loesungen/kultur_/)

Konkretes Beispiel. In der aktuellen Marktsituation und bei den schnellen KI-Entwicklungen ist Innovationsfähigkeit sicher ein wichtiges Element. Diese hängt zum einen an Reifegraden in Bezug auf

  • Bereitschaft Fehler zu machen um schneller zu entwickeln (Fehlerkultur)
  • An der Fähigkeit ehrliches Feedback zu geben und daraus zu lernen (Retrospektiven)
  • An der Kompetenz in Iterationen zu arbeiten und in Prototypen zu denken
  • An der Ausrichtung an den Kunden und schnellem Verproben der Ideen mit relevanten Kunden bzw. Stakeholdern

Auf der anderen Seite reicht es nicht die Fähigkeiten zu haben, sondern es muss auch „erwünscht sein“ diese zu nutzen, also diese müssen zu den Werten passen. Konkret:

  • Bezogen auf die Entwicklung von neuen Lösungen ist Graves Rot (Stufe 3) sehr gut darin schnell neue Lösungen zu entwickeln und mit Try und Error zu arbeiten. Ist das Produkt jedoch in einem stark regulierten Umfeld wie der Medizintechnik oder sehr groß, braucht es zumindest die Graves Blau (Stufe 4) um die hohen fachlichen Anforderungen bewältigen zu können. Gleichzeitig ist diese Stufe eher langsam und kann mit hoher Komplexität und sich schnell ändernden Umfeldern, wie aktuell in der KI Welt, kaum umgehen. Um hier erfolgreich zu sein braucht es Graves Orange (Stufe 5), also die Fähigkeit agil zu Arbeiten und über Iterationen die Entwicklung immer wieder an das veränderte Umfeld anzupassen.
  • Da sich viele Rollen vor 10 Jahren noch nicht als Job-Role oder Beruf entwickelt hatten, müssen Verantwortungen und vor allem Schwerpunkt ausgehandelt werden. So ist z.B. das Verständnis eines Data-Analysten mit Blick auf KI heute oft ein anderes als vor 10 Jahren. Denn viele der gängigen KI-Modelle (LLMs) waren so vor 10 Jahren noch nicht vorhanden, die entsprechenden Requirements also noch nicht bekannt.

FAZIT

Was eine „Gesunde Unternehmens-Kultur“ ausmacht ist nicht immer gleich. Doch lassen sich die Elemente einer Unternehmens-Kultur mit Hilfe von Kulturmodellen wie Culture Mapping X so strukturieren, dass Kulturen vergleichbar werden. Damit entsteht die Möglichkeit aus den verschiedenen Vorgehen konkret zu lernen und in Zukunft besser zu priorisieren – worauf denn denn die Energie verwendet werden soll.

Energie und „Gesunde Kultur“

Where Attention goes,
Energy flows!

Dieses Zitat nutzte Milton Erickson gerne um die Themen Aufmerksamkeitsfokus, Handlungsorientierung und Art der Problemlösung hervor zu heben. Im Kontext einer gesunden Kultur spielt es darauf an, bewusst zu entscheiden welche Dinge entwickelt werden sollen, welche Aspekte als besonders relevant eingeschätzt werden – in anderen Worten, wo besonderer Handlungsbedarf besteht.

Wie angedeutet hängt die „optimale Kultur“ immer davon ab, in welchen Märkten die Organisation agiert, welche Erfahrungen gemacht wurden (Historie), welche Art von Produkten verkauft werden bzw. welche Leistungen erbracht werden. Hinzu kommen natürlich nationale bzw. regionale Aspekte und die angestrebte Strategie. (Siehe hierzu auch Strategy Culture Gap).

Mit Blick auf Deutschland und die allgemeinen Rahmenbedingungen scheinen für die meisten Organisationen folgende Schwerpunkt sinnvoll:

  • Anpassungsfähigkeit
  • Authentizität
  • Psychologische Sicherheit
  • MUT
  • Kooperationsfähigkeit
  • Resilienz

Versteht man Resilienz als die Fähigkeit schwierige Situationen zu meistern und auch unter hoher Belastung (Stress) passende Lösungen zu finden – an Krisen zu wachsen statt zu zerbrechen, so scheint dies auf alle Fälle ein Schlüssel für eine gesunde Kultur. Denn aktuelle KI Entwicklungen erfordern die eigene Rolle in Prozessen neu definieren, den eigenen Expertinnen- und Expertenstatus anzupassen und vor allem wird es immer wichtiger mit Rückschlägen professionell umzugehen, aus diesen zu lernen. Denn gerade KI macht im im Jahr 2026 viele Fehler und der Umgang mit diesen Fehlern und den KI Anwendungen muss geübt werden. Dies gelingt nur, wenn man auf der Ebene der persönlichen Stressverstärker etwas verändert und die eigenen Glaubenssätze anpasst. Nachfolgend als kleiner Reminder die Stress Trias nach Kaluza aus unserem b-hero Kartenset Resilienz (https://multedu.de/produkt-kategorie/kartenset/b-hero/).

Folgt man dieser Sichtweise, dass Resilienz in seinen vielen Facetten ganz zentral ist, bekommt auch das Betriebliche Gesundheits Management (BGM) eine zentrale Rolle.

BGM und „Gesunde Kultur“

Aus Sicht von b-hero ist die zentrale Aufgabe des Betrieblichen Gesundheits Managment (BGM) im Jahr 2026 deutlich mehr als Arbeitssicherheit und bewährte Prävention. Im Jahr 2026 braucht es ein smartes BGM, welche die Chancen moderner Devices nutzt, welche die Muster aus Krankheitsursachen für die jeweilige Organisation nutzbar macht – und welches vor allem die Themen Frauengesundheit und mentale Gesundheit höher priorisiert. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht diesen Aspekt auf Basis aktueller Zahlen der DAK Gesundheit.

Die Zahlen verdeutlichen welch großen Hebel ein smartes BGM ermöglicht um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen und natürlich um die MA Gesundheit zu fördern.

Aus Sicht von b-hero können hier auch neuartige Ansätze wie sog. Gesundheitsdatenräume eine wichtige Rolle spielen. Denn durch diese Technologie wird es möglich das Thema Daten-Souveränität völlig neu aufzusetzen. Die MA Daten bleiben in deren „Besitz“ dem Arbeitgeber bzw. der Krankenkasse können „Ansichten“ bzw. einzelne Daten zur Einsticht bereit gestellt werden, um bessere Angebote z.B. in Form von Health Benefits zu bekommen. Außerdem können so auch Themen innerhalb eines Betriebes früher erkannt und besser priorisiert werden – um gezielt Präventionsangebote zu machen. Im Idealfall können sogar Angebote von Krankenkassen wie z.B. der Mental Health Pilot der DAK zielgerichtet an einzelne MA ausgespielt werden. Mehr zu dieser Vision findet sich bei HAi.Culture bzw. in unseren Blogposts zum „BGM Frühwarnsystem„. (https://b-hero.de/beitrag/bgm-fruehwarnsystem-mit-ki/)

KI und „Gesunde Kultur“

Eine „Gesunde Kultur“ ist nicht nur förderlich für die Einführung von KI, sondern KI kann auch eine „Gesunde Kultur“ fördern. Dies gilt sowohl für Bereiche wo Menschen von Routine-Tätigkeiten entlastet werden können, als auch in Kombination mit Robotik, wo Menschen nicht länger in Gefahrenbereichen arbeiten müssen, als auch bei Planungsunterstützungen die Konflikte vermeiden, z.B. bei der Dienstplanerstellung. Aus Sicht von b-hero die Top 5 Einsatzszenarien von KI für eine „Gesunde Kultur“

  • Automatische Erstellung von Dokumentationen bzw. Dokumenten für bürokratische Vorgaben, z.B. Fördermittelnachweise
  • Einsatz von KI und Robotik in Gefahrenbereichen, z.B. bei der Feuerwehr in brennenden Häusern
  • Entlastung von Pflegepersonal bei der Dokumentation und Kommunikation => Mehr Zeit für die Patienten
  • Teil-Automatisierung der Bearbeitung von Anfragen, Tickets (IT-Problemfälle) durch Nutzung bestehender Fälle
  • Personalisierte Präventionshinweise für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Basis bereits bestehender Daten

FAZIT

Eine gesunde Kultur hat viele Elemente. Gelingt es mit Hilfe eines Kulturmodells wie Culture Mapping X diese besser zu strukturieren und vergleichbar zu machen, können in Zukunft gezielt einzelne Elemente gefördert werden – um damit die Einführung von KI zu unterstützen, vor allem jedoch um mit mehr FLOW, mehr Freude und eben gesünder zu Arbeiten. Ganz dem Provokativen Ansatz folgend: Gesund Dank Arbeit.